Einfach mal verzichten...

Vom 10. Februar bis 26. März wird sich bei mir etwas ändern. Was das sein soll? Und warum genau zu dieser Zeit, erkläre ich natürlich gerne.

Von Anfang Februar bis Ende März ist wieder Fastenzeit. Für viele ist es nur die Zeit zwischen Fasching und Ostern. Für Christen ist es die Zeit des Verzichtens, um die 40 tätige Fastenzeit Jesu in der Wüste nachzuempfinden. Ob nun Christ oder nicht, die Fastenzeit bietet einen alljährlichen Anlass, um die eigenen Gewohnheiten zu überdenken und Verzicht zu üben. Denn was kann in unsere Gesellschaft, die im Überfluss lebt, schwerer sein, als mal auf etwas zu verzichten? 
Beim Verzicht spreche ich persönlich nicht unbedingt nur von Essen. Das soll auf keinen Fall ein Aufruf sein, nur noch Wasser und Brot zu essen. Denn die Fastenzeit lässt sich auch auf grüne Weise interpretieren! 

Ganz klassisch kann man sich und seinem Körper etwas Gutes tun und auf Alkohol oder Süßigkeiten verzichten. Das hilft dem eigenen Körper schon sehr, kommt der Umwelt aber nur wenig zu Gute. Wie wäre es denn da mit dem Verzicht auf Fleisch? Sieben Wochen sind nicht all zu lang und sollten sich ohne das Wurstbrot aushalten lassen. Die Vorteile sind dabei ganz klar: der Schutz des Tieres! Man kann ein kleines Zeichen gegen die Massentierhaltung setzen und einfach mal kein Fleisch kaufen. Außerdem produziert die Massentierhaltung massive Umweltschäden! Mit dem Verzicht ist somit auch ein Schritt in Richtung Umweltschutz getan.
Wer es noch "extremer" haben möchte, kann sich natürlich auch am vollständigen Verzicht auf tierische Produkte versuchen. Sieben Wochen keine Wurst, Käse, Milch etc. Das ist dann fast schon ein Fastenzeit nach dem mittelalterlichen Vorbild. Denn hier wurde ebenfalls auf Fleisch, Milchprodukte, Eier und zusätzlich noch Zucker verzichtet. Vielleicht entpuppt sich während der Fastenzeit ja der ein oder als begnadeter veganer Koch? Man findet es nur heraus, wenn wann es probiert!


Besonders wir Frauen könnten während der Fastenzeit aber auch sowohl unsere Mitmenschen, als auch den Geldbeutel schonen. Sieben Wochen kein Shoppen! Und damit meine ich nicht meine übliche Predigt über den Verzicht auf Billigkleidung und den Erwerb von hochwertiger Fairtradekleidung. Nein! Einfach mal bis Ostern gar keine Kleidung kaufen. Was das bringen soll? Ich denke man wird sich sehr schnell bewusst, was man schon alles hat, wenn man bewusst darauf verzichtet andauernd Neues zu kaufen. Werft einen intensiven Blick in euren Schrank. In welch einem Luxus leben wir nur, wenn wir unzählige Teile im Schrank finden, die kaum getragen sind! Vielleicht wird der Verzicht hier sogar zu einer Bereicherung. Weil man nicht sieben Wochen den selben Kram tragen will, sucht man nach neuen und kreativen Möglichkeiten die eigenen Teile zu kombinieren. Vielleicht entwickelt sich das ein oder andere Teil ja zu einem neuen Lieblingsstück. Und natürlich setzt man, wenn man vorher nur in Billigläden eingekauft hat, ganz nebenbei ein Zeichen gegen die unmeschlichen Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken unserer Kleiderläden.
Auch hier geht es aber noch "extremer". Ich versuche mich ja momentan an einem minimalistischen Kleiderschrank mit nur wenigen, aber dafür nur Lieblingsteilen. Wie wäre es also mal für sieben Wochen den Großteil der Kleidung wegzuschließen und nur mit 20-40 Teilen auszukommen? Das geht nicht? Ich glaube doch! Einen Versuch ist es doch mal wert...

Natürlich gibt es nun noch sie viele andere Möglichkeiten die Fastenzeit zu nutzen. Ich persönlich habe mir ebenfalls ein ganz eigenes Ziel gesetzt: 
Ich bin leider total fernsehsüchtig. Heim und erstmal Glotze an. Die düdelt dann den halben Tag vor sich hin und ich verplemper kostbare Lebenszeit. Deshalb heißt es ab Aschermittwoch bei mir: Fernsehen erst ab 20.00. Klingt für manche nicht schwer, ist für mich aber eine kleine Herausforderung! Der grüne Aspekt des Energiesparens ist dabei aber zugegeben eher nebensächlich. Mir geht es um ein persönliches Ziel und die nachhaltige Nutzung meiner Zeit...oh, dann ist es ja doch irgendwie grün, wenns um Nachhaltigkeit geht :)
Vielleicht habe ich dann endlich mal wieder mehr Zeit zum Malen, zum Lesen oder zum Tee trinken mit Freunden.



Fasten ist also eine sehr persönliche Sache. Sich zügeln, nicht alles machen, was man möchte, einmal verzichten. Erreicht man sein persönliches Ziel, ist das schon sehr viel Wert! Lässt sich aber damit noch etwas gutes für Umwelt, Tiere oder Menschen tun, sind die eigenen Fastengründe noch umso mehr wert!

Grüne Grüße,
eure Anna

Kommentare

  1. Tolle Anregung für eine bewusst erlebte Zeit. Da sollte jeder etwas finden, was nachahmenswert ist! Danke!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Folge uns bei Instagram


Beliebte Posts