Eine kleine Einführung in die nachhaltige Monatshygiene



Zwischen der Pubertät und den Wechseljahren haben wir Frauen* unsere Periode. Manche oft und stark, manche wenig und leicht. So individuell wie unsere Periode, ist auch der Umgang mit dieser. Die meisten Frauen greifen dabei auf Hygieneprodukte aus der Drogerie zurück, klassisch die Binde oder das Tampon. "Etwa 16.800 (Wegwerf-)Binden oder (Einmal-)Tampons verbraucht eine Frau durchschnittlich im Leben und erzeugt damit einen recht ordentlichen Müllberg" (Zitat Utopia).
Das ist nicht nur jede Menge Müll, sondern viele der Produkte können auch ungesund sein. So werden "normale" Tampons aus konventioneller Baumwolle hergestellt, die mit Pestiziden behandelt und anschließend gebleicht wird. "Zudem waren 2009 laut Öko Test in verschiedenen Tamponmarken Chemikalien wie das potenziell krebserregende Formaldehyd und halogenorganische Verbindungen nachweisbar, die laut Herstellern Rückstände des Bleichprozesses sind." (Zitat Utopia)

Doch abseits der herkömmlichen Produkte gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, um wesentlich nachhaltiger und gesünder durch die Monatsblutung zu kommen. Deshalb möchten wir euch heute eine kleine Einführung in das ABC der nachhaltigen Monatshygiene geben.


Der sanfte Einstieg - Hygieneprodukte aus Bio-Baumwolle


Wenn man sich gerne erstmal informieren, ausprobieren und sanft umsteigen möchte, sind besonders Wegwerfprodukte aus unbelasteten Stoffen eine gute Möglichkeit. Viele Drogerien bieten mittlerweile Bio/Ökologische Binden und Tampons von Marken wie Natracare oder Organyc an. Auch online gibt es verschiedene Marken, zum Beispiel das Tampon-Abo von the female companyDiese machen zwar immer noch Plastikmüll/Müll, sind aber durch Biobaumwolle nicht schädlich für den Körper. Besonders für Unterwegs sind diese Produkte eine tolle Alternative für den Umstieg! 


Das Trendprodukt - die Menstruationstasse 


Viele kennen und benutzen mittlerweile die Menstruationstasse. Marken wie LunetteLadycupOrganicup oder me-luna (auf dem Foto zu sehen) verkaufen die Tassen in verschiedenen Größen und Formen. Die Menstruationstasse wird wie ein Tampon eingeführt und öffnet sich in der Vagina. Dort sitzt sie wie ein kleiner Kelch und fängt das Blut auf. Bei einem Toilettengang kann die Menstruationstasse entfernt und geleert werden. Der Vorteil ist hier eindeutig, dass die Menstruationstasse mehrere Jahre bei jeder Periode genutzt werden kann und so extrem wenig Müll produziert. Je nach Stärke der Regel kann die Menstruationstasse viele Stunden getragen werden, sollte nach dem Leeren jedoch gereinigt werden.


Ein geheimer Klassiker - die waschbare Binde


Nicht jede Frau möchte während ihrer Periode ein Tampon oder eine Menstruationstasse benutzen. Doch auch für die Wegwerfbinden (die sich oft wie Plastik anfühlen) gibt es eine einfache Lösung - die waschbare Binde. Auch hier gibt es sehr viele Marken, zum Beispiel Kulmine (schwarze Binde)Ladypad oder Almo (rote Binde). Die Stoffbinde wird einfach in die Unterhose eingelegt und mit einem Druckknopf geschlossen. Natürlich sind die Binden aus Stoff dicker als herkömmliche Binden, tragen sich aber sehr angenehm durch den weichen Baumwollstoff. Nach dem Tragen wird die Binde unter kaltem(!) Wasser ausgespült, gerne auch mit etwas Seife, und dann getrocknet. Bei der nächsten Wäsche müssen die Binden (je nach Marke bis zu 60°) in der Waschmaschine gewaschen werden und können dann wieder neu verwendet werden. Auch sie machen keinen Müll mehr und können viele Jahre benutzt werden. Für unterwegs gibt es bei vielen Marken kleine beschichtete Beutel, um die benutze Binde unauffällig nach Hause transportieren zu können. 

Was gibt es sonst noch?
Aus den USA kommen die Perioden-Sichere Unterwäsche von Thinx zu uns. In Deutschland sind sie noch schwer zu bekommen und wir konnten sie auch noch nicht testen. Die Idee dahin ist es, einfache und bequeme Unterwäsche ohne dicke Einlagen zu produzieren, die durch die Technik aus vier Lagen verschiedener Stoffe das Periodenblut sicher in der Unterwäsche einschließt - ohne Auslaufen. Nach dem Tragen kann die Unterwäsche ganz normal gewaschen und wieder verwendet werden. 

Für manche Frauen sind sämtliche Monatshygieneprodukte ein Graus - sie praktizieren die freie Menstruation. Dies ist eine Technik, bei der die Frau lernt das Blut wie Urin zurückzuhalten und beim Toilettengang abzulassen. Es gibt verschiedene Anleitungen diese Techniken zu erlernen. Jedoch scheint nicht für jede Frau diese Technik gleich gut zu funktionieren. Zudem ist die Methode für unterwegs weniger praktisch, da sich häufige Toilettengänge nicht vermeiden lassen. 

Unsere Erfahrungen
Wir haben bis jetzt die Öko-Binden, die waschbaren Binden und die Menstruationstasse getestet. Natürlich sind am einfachsten und praktikabelsten die Öko-Binden und Tampons aus Biobaumwolle, die nach der Benutzung weggeworfen werden. Viele dieser Produkte sind laut Hersteller kompostierbar, jedoch sind sie leider oft in Plastik und Papier verpackt. Das heißt wieder jede Menge Müll.
Bei der Menstruationstasse kommt es sehr auf die Marke an, da es unterschiedliche Arten gibt. Leider sind sie auch im Vergleich recht hochpreisig, weshalb man nicht mehrere testen kann (was ja auch nicht sonderlich nachhaltig wäre). 
Die Stoffbinden lassen sich überraschend angenehm tragen, wenn man sich mal an das Gefühl von mehr Stoff in der Unterhose gewöhnt hat. Unterwegs kann es beim Wechseln der Binde jedoch unangenehm sein, die benutze Binde mit sich zu führen oder irgendwo auszuwaschen. 

Was sind eure Erfahrungen mit nachhaltigen Monatshygiene Produkten? 

Grünen Grüße
Anna und Charlotte


* Wir haben für diesen Artikel den allgemeinen Begriff "Frau" gewählt. Natürlich sprechen wir hiermit alle Menschen mit Periode/ Menschen mit Uterus/ Menstruierende an.

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